Regel-Update / Vermessung 2014

Mit der Deutschen Jugendmeisterschaft in Surendorf steht unser zweites Event unter Obhut des DSV vor der Tür. Da wir nun im Rahmen der Meisterschaftsordnung des DSV starten, müssen wir einige Regularien erfüllen und manche Dinge genauer beachten als in der Vergangenheit.

So schreibt die Meisterschaftsordnung für alle Klassen zwingend eine Vermessung vor, obwohl bei Einheitsklassen wie der O’pen BIC eigentlich keine Notwendigkeit dafür besteht. Die Vermessung wird am Donnerstag, dem 17.07.2014 in Surendorf von der KV vorgenommen.

Da nicht zu erwarten ist, dass irgend jemand Unsummen für eine eigene Blasform ausgibt um sich einen eigenen Rumpf bauen zu lassen, oder um ein individuelles Segel zu schneidern, beschränkt sich diese “Vermessung” auf eine Kontrolle der Ausrüstungsgegenstände und Leinenführungen.

Bei einer Einheitsklasse wie der O’pen BIC ist grundsätzlich alles erlaubt, was dem Auslieferungszustand des Bootes entspricht oder entsprach. Alles andere ist grundsätzlich verboten, wenn es nicht explizit erlaubt wurde.

Rümpfe, Segel, Rigg und Foils haben eine Seriennummer und sind damit automatisch Regel konform und üblicherweise nicht zu beanstanden. Anders sieht es mit den Beschlägen und Leinen aus. Hier wütet gerne die Kreativität.  Blöcke, Klemmen, Umlenkungen und Leinen dürfen grundsätzlich durch gleichwertiges Material ersetzt werden, müssen in ihren Dimensionen aber dem Orginal entsprechen.

Zusätzliche Beschläge, Rollen oder Klemmen sind nicht erlaubt! Umlenkungen, Über-und Untersetzungen oder Variationen der Leinenführung die die Wirkweise des Originals optimieren oder verändern sind grundsätzlich verboten !

Erlaubt sind die Modifikationen, die im Rahmen des optionalen Race-Kits 2012 und 2013 vorgestellt und in den Wettkampfregeln verankert wurden. Es sei dahingestellt, ob das alles seglerisch sinnvoll oder nur Umsatz relevant ist, es darf aber eingesetzt werden.

Wir wollen hier nun darstellen, was erlaubt und was explizit verboten ist. Die Dinge, die hier als verboten dargestellt sind, werden in Ribnitz und Riva nicht akzeptiert und müssen bis zum jeweiligen Start geändert werden. Da es bei uns keine Proteste gibt, führen Verstöße dagegen von Amts wegen sofort zur Disqualifikation !

Verboten !

Die beliebte Verlängerung am unteren Block des vorderen Streckersystems ist definitiv nicht erlaubt !  Diese “Hochlegung” soll es vereinfachen den Strecker unter Last zu lösen, in Wirklichkeit verändert sich aber so der Winkel des Baumniederholers und erhöht den Druck auf die Baumgabel und damit auf den Mast. Hier wird der Abrieb erhöht und dem Mastbruch Vorschub geleistet.

Es ist nicht geklärt, ob die hier dargestellte Startuhr (am Boot montiert) Regel konform ist, wir betrachten sie aber als Bestandteil der persönlichen Ausrüstung des Seglers und werden das so oder ähnlich akzeptieren.

 

Erlaubt !

Für den Unterliekstrecker ist jetzt eine Übersetzung mit einem Block erlaubt. Dieser kann an der Seite des Baumes geführt werden.

Die sicherere Version mit einer Führung oberhalb des Baumes ist mittlerweile auch erlaubt !

Der Ersatz der Öse am Ende des Baumes durch eine Rolle ist ebenfalls erlaubt.

Cunningham:

Um das Lösen der Klemme am vorderen Strecker zu vereinfachen sind zwei Modifikationen erlaubt:

1. Die Curryklemme kann nach oben gedreht werden um das Lösen nach oben zu erleichtern.
So waren frühere Versionen der O’pen BIC orginal ausgestattet.

2. Die neue Lösung sieht eine separate “Löseleine” vor, die über einen Schäkel von unten vor der Curryklemme in den Strecker eingreift und diese nach unten aus der Klemme zieht. Diese Leine kann bis zum Fußblock der Großschot geführt und da eingehangen werden. Durch den Griff am Schwert geführt, dient sie zusätzlich als elegante Schwertsicherung

Das vordere Streckersystem ist überhaupt eine beliebte Spielwiese. Um die Wirkung zu erhöhen, bzw. die Bedienung zu erleichtern, wurde eine weitere Umlenkung in der Leinenführung erlaubt. So darf der Baumniederholer jetzt mit einer Rolle untersetzt werden.

 

Großschot:

An der Großschot darf am oberen Block eine Verlängerung von bis zu 20 cm Länge eingebaut werden. Dadurch kann die Großschot verkürzt werden. Ebenfalls ist da ein Patentschäkel zum Lösen der Schottaille satthaft (wie bei den Optis).

Es spricht nichts dagegen, eine andere Schot, z.B. auch eine verjüngte Schot zu verwenden.

 

 

Schleppleine:

Nun noch zum Lieblingsthema Schleppleine.  Wir haben als Deutsche KV in seit diesem Jahr eine Schleppleine vorgeschrieben. Im Verlauf der bisherigen Saison hat sich gezeigt, dass dies eine durchaus sinnvolle Maßnahme war. Bei einigen Regatten und vielen Trainings mußte geschleppt werden, und auch in Ribnitz und vor allem Riva ist mit großen und langen Schleppverbänden zu rechnen.

Die von uns favorisierte Lösung haben wir weitestgehend bei den Optis abgeschaut und bedanken und hiermit für den Input.

Eines vorweg:  Die Schleppleine ist keine Schikane und auch keine reine Sicherheitseinrichtung. Sie wird auf größeren Regatten ständig genutzt und sollte immer gut und schnell einsatzbereit und greifbar sein. Irgendwelche Alibi Leinchen nutzen uns allen nichts. Es ist auch nicht sinnvoll die Leinen irgendwo festzutapen oder einzunetzen.  Schliesslich müssen die auch nach dem Gebrauch wieder ordentlich auf dem Boot sein. Und eine Rolle Tape oder Kabelbinder haben nur die wenigsten dabei.

Unsere Trainer und Betreuer werden Segler ohne oder mit ungeeigneten Schleppleinen nicht in den Schleppverbund aufnehmen!  Wir bitten deshalb um Beachtung folgender Empfehlungen:

 

Zunächst haben wir eine schwimmfähige Leine ausreichender Stärke vorgeschrieben. Die Leinen sollten schwimmen, damit sie sich nicht in der Schraube des Schleppbootes oder auf dem Seegrund verfangen. Sie sollen so stabil sein, dass auch mehrere Boote damit geschleppt werden können.  Wenn man nämlich vorne im Schleppverband hängt, hängen alle anderen Boote mit an dieser Leine. 8 Millimeter Durchmesser muß sie mindestens haben.

Die Leinen sollten mindestens 7 Meter (besser 8 m) lang sein und 1,5 – 2 Meter vor dem Bug einen Palstek mit einer Öse von nur etwa 10-15cm Durchmesser eingeknotet haben.  In diese Öse hängt sich das folgende Boot ein.  Am Ende der Leine hat sich ein runder Holzstab bewährt, der ganz einfach in diese Öse eingehangen werden kann .

Tipp:  Mamas Besenstiel abschneiden, Loch rein bohren, Leine und Gummi durchziehen, Knoten drauf, fertig !

Diese einfache Konstruktion spart die Knoterei und einen (nicht schwimmenden) Karabinerhaken am Leinenende. (Ein Palstek ist natürlich auch erlaubt, wenn er dann auch wieder aufgeht).  Wenn man an diesem Holz einen Gummistropp befestigt, kann die ganze Leine schnell aufgeschossen und irgendwo am Boot, idealerweise am Mast festgemacht werden.  Es empfiehlt sich grundsätzlich, die Leine sauber aufzuschiessen und nicht aufzuwickeln. Das verhindert Wickel und Kinken in der Leine.
Besser vorher mal üben. 😉

Die Leine selber wird mit einem Palstek am Mastfuss befestigt. Das ist die stabilste Stelle am Boot.  Wenn hier die Lasten der Segels in den Rumpf eingeleitet werden, können hier auch die Zuglasten beim Schleppen übertragen werden. Da ist das Boot wesentlich stabiler als an den Griffen, die nur mit zwei Schrauben befestigt sind. Die Leine sollte dann einmal durch die vordere Metallöse und den Griff geführt werden um das Boot sauber hinter dem Schlepper  auszurichten.

Wir binden beim Schlepp nicht Boot an Boot, sondern Leine in Leine. Damit belasten wir nicht die Rümpfe und deren Griffe, sondern die Leinen. Jeder Rumpf muss so nur die eigene Last halten und nicht die Last aller folgenden Boote.

 

Wenn wir dann noch die Schot aushängen, das Schwert unten lassen, nach vorne gucken und Ruder legen, gibt es einen perfekten Schleppverband und alle sind pünktlich am Start und früh wieder im Hafen.

Damit wir in Riva überhaupt aufs Wasser dürfen ist noch eines wichtig:

Versicherung

Jeder Teilnehmer muss vor Ort eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens 1.500.000 (eine Million) € nachweisen.  Das sollte mit einem Papier geschehen, das auch Nichtjuristen und nicht deutsch sprechende Personen überprüfen können. Eine deutsche Familienhaftpflichtpolice mit verklausuliertem Einschluss von Booten ist unter Umständen wenig hilfreich.  Bei den bekannten Bootsversicherern gibt es preiswerte Jollenpolicen (z.B. 42€/Jahr bei Pantaenius) mit klar erkennbaren Deckungsscheinen.  Ohne Versicherungsnachweis lassen die Organisatoren in Riva niemanden aufs Wasser.

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