Kein neues Rigg für Ü16

Zum Abschluss des Trainingslagers in Surendorf hat BIC-Sports das neue Segel für die Segler der zukünftigen Ü16 Altersklasse vorgestellt. 

Nach mehrjährigen Entwicklungsarbeiten kam man zu dem Schluss, dass für Segler über 90 KG ein traditioneller Entwurf die beste Lösung ist.  Das Segel geht ab 2022 in Serie. In der Zwischenzeit wird die Rumpfform optimiert, da das Gesamtbild doch zu sehr an den Optimisten erinnert.  Verbesserungsvorschläge sind erbeten.

Aber Spass beiseite: 

Bei BIC Sports ist die Einführung eines größeren Segels für höhere Altersklassen auf unseren Vorschlag hin tatsächlich ernsthaft geprüft und auch getestet worden. Der konzerneigene "Rigg-Baukasten" bietet ja auch alle Möglichkeiten dafür. Letztendlich hat man sich aber gegen ein größeres Rigg enstchieden, weil das die physikalischen Grenzen bes Gesamtentwurfes überschritten hätte.  Der O'pen BIC ist ja ursprünglich als Einsteigerboot für Kinder analog zum Opti konzeptioniert gewesen und nicht unbedingt als reines Regattaboot. Die von uns bevorzugte sportliche Nutzung bringt das Material heute schon an seine Grenzen. Ein größeres Rigg würde zudem noch die Belastung des Rumpfes deutlich erhöhen, der von seinem ganzen Konzept her aber garnicht dafür ausgelegt ist. 

Wir haben ja nur einen geblasenen PE-Rumpf, der ohne Spanten und sonstige Versteifungen ausgeführt ist.  Die Kräfte eines größeren Riggs könnten hier nicht mehr sauber in den Rumpf übertragen werden und würden die langfristige Stabilität des Rumpfes gefährden. Die Traglast des Rumpfes liegt heute zwar nominal bei 90 KG, das ideale Seglergewicht aber nur irgendwo zwischen 50 und 70 KG.  Ein größeres Segel würde aber wieder größere und schwerere Segler auf das Boot holen, für die der Rumpf nicht ausgelegt ist.

Neben diesen technischen Aspekten sprechen aber auch organisatorische und vertriebliche Argumente gegen ein größeres Rigg.  Wir fahren national immer in einer Fleet. Wie soll die gewertet werden, wenn mit verschiedenen Segeln gefahren wird? Für Einzelwertungen hätten wir aber nicht genügend Starter in den Altersgruppen. Ein größeres Rigg würde uns aber auch in den Wettbewerb zum Laser führen, und der hat gerade mit seiner Aufteilung in drei Segelklassen auf dem gleichen Rumpf genügend Probleme die einzelenen Starterfelder voll zu kriegen.

Es ist also langfristig sicher besser, wenn sich BIC-Sports mit seinen Entwicklungskapazitäten auf die Verbesserung und Optimierung des Vorhandenen konzentriert, statt die Klasse zu zersplittern.

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