aktuelle Entwicklung der Klasse

Mit dem Hamburger Segelclub hat nun nach dem Lübecker Yacht Club ein weiterer norddeutscher Traditionsverein den O‘pen BIC eingeführt. HSC-Vorsitzender Harald Baum hat dem Club gleich 6 Boote gestiftet, die nun regelmäßig von Nachwuchsseglern auf der Alster gefahren werden. Wenn in der „hippen“ Stadt Hamburg nun unsere modernen und schnellen Boote auf der Alster gesehen und unsere schicken Foliensegel das Bild mit prägen werden ist auch Zulauf anderer Vereine zu erwarten.

 

Die Klasse entwickelt sich damit im Norden sehr positiv. Neben Hamburg und Lübeck werden wir in Niendorf und natürlich in Surendorf gesegelt. Auch hier hat die Truppe von Martin Kauffmann regen Zulauf und wird die Alters- und Größen- bedingten Abgänge voll kompensieren.
 
Auch im Westen kommen immer mehr neue Segler zu uns, gleichen aber auch altersabhängige Abgänge aus. Zum Team NRW in Essen stoßen nun Segler aus Krefeld, Düsseldorf und Duisburg. Der Andrang in Eschweiler ist weiter hoch und strahlt bis an den Rursee aus. Die Entwicklung in Pulheim bleibt nach personellen Veränderungen abzuwarten. Zur Zeit ist da leider keine strukturierte Regattaarbeit zu erkennen. In Haltern wurden nach dem Brand neue Boote gekauft und die neue Regattatruppe entwickelt sich ebenso wie am Biggesee. Hier werden die privaten Initiativen leider ebenso wie am Möhnesee von den sehr konservativen Clubs nicht wirklich gefördert. 
 
Im Süden konnten wir bei den Landesmeisterschaften neue Segler begrüßen, die auch wieder kommen wollten.  Andrea Muchenberger konnte uns im Badischen und am Schluchsee einführen sodass wir neben dem Bodensee noch auf einem weiteren Gewässer in BW gesegelt werden.  Die ehemals starke Bodensee – Truppe ist leider zusammengeschrumpft. Das halbe 29er Feld auf der LJM hatte Besatzungsmitglieder die früher im O’pen BIC gesegelt sind, dafür sehen wir mit Fee und Lasse nur noch zwei Segler regelmäßig auf unseren Regatten.  Besonders schade ist dabei, dass wir in der Jugendarbeit ehemals erfolgreicher Vereine in Konstanz und Radolfzell komplett ignoriert scheinen.  Vielleicht können hier die Beispiele aus Lübeck und Hamburg zu einem mittelfristigen Umdenken führen.
 
In Bayern hat sich am Wörthsee eine Gruppe mit insgesamt acht O’pen BICs gefunden und für das nächste Jahr eine Regatta angekündigt. Anfang Juli werden wir wohl das erste mal (unter DSV-Kriterien) in Bayern an den Start gehen können.
 
Im Osten ist Sportwart Wolfgang Müller sehr aktiv und mit Verbänden und vielen Clubs im aktiven Dialog.  Es sollen mehrere Probetrainings und Segelwochenenden angeboten werden, um uns auch in den neuen Revieren um Leipzig und Dresden bekannt zu machen.  Zudem pflegt Wolfgang Kontakt nach Polen und zu Seglern auf Usedom, die im nächsten Jahr ebenfalls in unsere Szene einsteigen möchten.  Es wäre schön, wenn Jannis nicht der einzige O’pen BIC Segler aus Ostdeutschland bliebe. Auch hier ist es schade, dass wir beim SC Ribnitz, dem mehrfachen Gastgeber der großen Deutschen Meisterschaften nicht wirklich akzeptiert werden. Solch ein Club sollte eigentlich innovativer und weltoffener sein.  Ein Großteil der Charterboote von Travemünde ist übrigens in die Bauhäuser Nord- und Ostdeutschlands gegangen. Dort werden sie derzeit sensationell günstig angeboten. Vielleicht gibt uns das zusätzlichen Auftrieb.  

Insgesamt können wir mit der Entwicklung nach nur fünf Jahren aber sehr zufrieden sein.

O’pen BIC ist seit Jahrzehnten die erste neue Jugendklasse im DSV geworden und damit buchstäblich auch die jüngste Jugendklasse in Deutschland. Bei jungen und innovativen Vereinen werden wir nicht nur angenommen, sondern auch als Grund für den Erfolg und Zuwachs in der Jugendarbeit gesehen, während alte Clubs über Mitgliederschwund und Rückgang und Ausstieg bei den Jugendlichen nach dem Opti klagen.  Und auch bei geistig offenen Traditionsclubs bekommen wir mittlerweile einen Fuß in die Tür.
 
Wir haben pro Jahr um die 100 Starter auf Regatten von denen über 50 die DSV-Kriterien erfüllen. Auf der letzten Deutschen Meisterschaft hatten wir fast 50 Teilnehmer und waren mit 35 bei der sensationellen WM in Travemünde am Start. Auch hier haben sich unsere Ergebnisse und Leistungen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert was eine klare Steigerung des seglerischen Niveaus als Folge zahlreicher regionaler und zentraler Trainingsmaßnahmen beweist.
 

Die seglerische Klasse der O‘pen BIC Segler zeigen nicht nur die Erfolge einiger 29er Starter in Deutschland sondern auch die Tatsache, dass international sehr erfolgreiche Segler anderer Klassen wie Veronika Zivna, Lisa Nukui oder Paula Garcia Igual mittlerweile O’pen BIC fahren und der aktuelle 29er Vizeweltmeister Brice Yrieix seine ersten internationalen Titel auf dem O’pen BIC gewonnen hat.  Erfahrene Laser- und 29er Trainer sehen den O‘pen BIC mittlerweile auch als das optimaleres Vorbereitungsboot für diese Klassen an.  

 
So geht die Entwicklung immer weiter. Zum jetzt schon vollen Regattakalender werden im nächsten Jahr noch Regatten in Hamburg, am Wörthsee und auf Usedom kommen und für die Meisterschaft arbeiten wir an einem besonderen Schmankerl…
 
International haben wir mit Italienern, Australiern, Amerikanern, Japanern, Franzosen und Tschechen die internationale Klassenvereinigung OBCA neu constituiert um zukünftig unabhängig von BIC Sports agieren und die Klasse als sportlich orientiertes Jugend- und Regattaboot weiter entwickeln zu können.  In der Grundidee war es ja eher ein Spass- und Strandboot für Kids ind südlichen Regionen. Der sportliche Aspekt wurde eher vernachlässigt. Ab 2015 werden wir so eine offizielle ISAF WM haben und nicht nur einen World O'pen Cup.  Dies ist in Cooperation und Übereinstimmung mit dem Hersteller ohne irgendeinen Konflikt erfolgt. Die Deutsche KV wird im Executive Board der OBCA vertreten sein. Geleitet wird sie zunächst von Guido Sirolli aus Italien.  Auf Deutsche Initiative hin wurden Boris Zivny aus Prag und der Australier Simon Dubbin zu Vizepräsidenten, wobei Boris Europa repräsentiert und Simon übersee.  Es wird noch ein bisschen dauern, bis diese neue Struktur schnell und effizient arbeitet, aber wir sind auf dem richtigen Weg.

Auch in Deutschland entwickelt sich die offizielle Akzeptanz unserer Klasse. So wurden wir erstmals zur Sitzung des Jugend-Segel-Asusschusses nach Hamburg eingeladen und können uns da an wichtigen Diskussionen und Entscheidungen beteiligen.  

In Vorbereitung diser ofiziellen Veranstaltungen haben wir viel Zeit in die Entwicklung einer Klassenphilosophie und der optimalen Positionierung der Klasse gesteckt.  Erläuterungen dazu finden sich in einem der kommenden Beiträge und sollen zur Diskussion anregen.

 

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